Sechshundertviertausendachthundert Sekunden

604.800 Sekunden – 10:44 Uhr – Donnerstag, 14. – 21. Dezember 2017

Eine Woche. Eine Woche bist du bereits bei uns. Eine Woche und ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne dich war. Eine Woche in der man die Liebe im Raum spüren kann. Eine Woche in der mir immer wieder bewusst wird, wie sehr ich dich liebe. Eine Woche in der mir klar wird, dass du alles bist, was ich mir immer gewünscht habe.

Heute vor einer Woche bist du auf die Welt gekommen. 14. Dezember 2017 der Tag, an dem du kleiner Wurm mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hast. Du hast mich zur glücklichsten Frau der Welt gemacht und deinen Papa zum stolzesten Mann des Planeten!

Du bist mit 4420 g und 55 cm auf die Welt gekommen, viel größer als erwartet. Jeder Arzt hat uns immer gesagt, dass du so zierlich und leicht bist, so winzig und klein. Glaub mir, das war eine verrückte Überraschung, als mir die Hebamme dich kleines, klebriges Knäuel geballte Liebe auf den Bauch gelegt hat. Du bist viel größer und stärker als alle angenommen haben. Aber das stört niemanden. Du bist gesund. Kerngesund, groß, hast wunderschöne Augen, die du direkt im Kreißsaal auf gemacht hast. Einen Lippenbogen wie ich ihn schöner nie gesehen habe und deine blonden Haare, die in kleinen Locken an deinem Kopf geklebt haben. Du sahst so wunderschön aus.

In dem Moment, als die Hebamme mir dich, mit deinen winzigen Körper überreicht hat, war ich so stolz, auf mich selbst, dass ich die Geburt so gut überstanden und gemeistert habe. Auf dich, weil du so wunderbar mitgeholfen hast, dich immer weiter rausgeschoben hast und als gesundes kleines Bündel auf die Welt kamst. Und auf deinen Papa, meinen wunderbaren Ehemann, der mich so großartig unterstützt hat, der meine Hand gehalten und meinen Nacken gestützt hat, der mir Mut und Kraft gegeben hat, dass ich weitermache, durchhalte und dich auf die Welt bringe. Ich war so stolz.

Du bist so wunderbar, mein Schatz du bist so toll. Wir sind nun schon den 4. Tage zuhause und es hat sich nichts verändert und doch so viel. Du isst sehr gut, schläfst so viel und siehst so glücklich aus! Manchmal lächelst du im Schlaf, unbewusst und siehst dabei noch viel schöner aus! Dein kleiner Mund, der sich zu einem süßen, winzigen Lächeln verzieht. Deine winzigen Wimpern, die flattern, wenn du deine Lider bewegst und deine Wangen, die rot werden, wenn es draußen kalt ist. Du bist so vollkommen. So wunderschön.

Du bist das größte Geschenk, das es gibt und ich bin so froh, dich in meinem Leben zu haben. Ich muss gestehen, mir fehlt es, dich in meinem Bauch zu spüren, deine Bewegungen, deine kleine Ferse, die sich in meine Seite schiebt, dein Po, der auf meinen Magen drückt und mir fürchterliches Sodbrennen bereitet hat, dein kleiner Kopf so tief in meinem Becken.

Du hast die ersten beiden Nächte auf meinem Bauch geschlafen, du warst so winzig. Ich hab dich aus deinem Bett geholt und dich auf mich drauf gelegt, ich wollte dich gar nicht mehr hergeben. Dich immer berühren, wenn du in deinem Bett lagst, hab ich dir meine Hand an den Körper gelegt, habe dich berührt, hab deinen Rücken gestreichelt oder deinen süßen Kopf, deine Haare haben sich angefühlt wie Federn, so leicht und weich, als würdest du im nächsten Moment damit davon fliegen.

Deine langen, dünnen Finger, die gleichzeitig aber so winzig sind, legen sich ganz vorsichtig um deinen Daumen. Immer. Du machst diese kleine Faust, dadurch wirkt deine Hand noch viel winziger. Genau wie deine Zehen, du bewegst ganz fleißig deine Füßchen, auf und ab, hebst sie an und legst sie wieder ab, du trittst mich leicht, wenn du schläfst, ich glaube, dass du dann träumst. Wovon du wohl träumst frag ich mich. Ich würde dich so gerne fragen, aber das geht noch nicht.

Du weinst nicht oft, nur, wenn du Hunger hast, oder Bauchschmerzen. Meistens hast du Bauchschmerzen, weil du zu schnell trinkst. Ich höre die Luft, die dir beim Trinken in den Bauch fährt. Danach weinst du. Und ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann. Ich fühle mich schlecht, weil du weinst, es tut mir weh, dich leiden zu sehen. Die Krankschwestern meinen aber, dass sich das alles einspielt und du bald besser zurechtkommst, wenn du größer wirst und mein Körper sich darauf eingestellt hat, wie viel Milch du brauchst. Ich bin gespannt, ich wünsche mir sehr, dass es dir bald leichter fällt und du nicht mehr so leidest.

Meine kleine Prinzessin. Sechshundertviertausendachthundert Sekunden. So lange bist du bei mir.

Ich liebe dich aus tiefstem Herzen meine kleine Randalebraut.
Deine Mama.

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